Reflexionssätze

Lernen Sie Ihre eigene Haltung besser kennen.

Unsere innere Haltung formt unser Weltbild und damit auch, wie wir unsere Arbeitswelten gestalten.

6. Regeln sind …

Ergänzen Sie diesen Satz, wie Sie möchten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles ist erlaubt. Sie dürfen so tiefsinnig und komplex sein, wie sie wollen. 
Anschließend ordnen Sie Ihren Satz dem Satz der folgenden Beispiele zu, dem er am Nächsten kommt. Ergänzen Sie möglichst alle Sätze und notieren Sie sich jedes Mal dazu, welche Haltung dabei zum Ausdruck kommt. 

Ergänzungen aus der selbstorientiert-impulsiven Haltung (Beispiele)

  • … für die Dummen da.
  • ... überlebenswichtig.
  • ... notwendiges Übel.

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Ergänzungen aus der gemeinschaftsorientiert-konformistischen Haltung (Beispiele)

  • ... kurz und knapp: wichtig und notwendig.
  • ...  da, um Orientierung zu geben.
  • ... da, damit sie Klarheit schaffen.
  • ... Sachzwänge und als solche gesetzt.
  • ... unabdingbar und unbedingt notwendig.
  • ... Dinge, die man einhalten muss.
  • ... auch für die Führungskraft da.
  • … Richtlinien, deren Überschreitung man in den meisten Fällen nicht tolerieren sollte. 
  • … selten nötig, wenn man ein guter Mensch ist.
  • ... wichtig für die Wahrung des sozialen Friedens.
  • ... oft hilfreich.
  • … Leitlinien, nach denen man handelt.

 

Ergänzungen aus der rationalistisch-funktionalen Haltung (Beispiele)

  • … ärgerlich, aber notwendig.
  • ... für den Gehorsam der Narren und die Führung der Weisen.
  • ... Bestimmungen, an die man sich halten soll. Manche Regeln sind eindeutig festgelegt und verbindlich. Mit einigen Regeln kann man allerdings spielerisch umgehen, damit etwas Neues, noch nie Dagewesenes entstehen kann.
  • ... für die tägliche Zusammenarbeit wichtig, jedoch nur temporär gültig und sollten deshalb stetig hinterfragt werden.
  • ... beides, notwendig und gemacht, um gebrochen zu werden.
  • ... dafür da, einen Rahmen zu bilden, innerhalb dessen man sich frei entfalten kann.
  • ... sehr wichtig, um ein effektives Arbeiten zu gewähren. Unter zu vielen Regeln kann jedoch das Arbeitsklima leiden, vor allem dann, wenn die Regeln für die Mitarbeiter unverständlich sind. Daher ist es wichtig, ein gutes Mittelmaß zwischen Regeln und Freiheit aufzustellen.
  • ... wichtige Orientierungshilfen und zum Brechen da. Dafür muss man sie gut kennen. Sie sind die Basis von Zusammenarbeit/Zusammenleben.
  • ... Orientierungspunkte, um der geforderten Eigenverantwortlichkeit einen Rahmen zu geben.
  • .... wichtig, um erfolgreiche Prozesse zu gestalten, wenn Interessen widerstreiten.
  • ... wichtig und hilfreich, um mehr Energie und Zeit für wesentliche Aufgaben verwenden zu können.
  • ... im Wesentlichen von denjenigen mit aufzustellen, zu gestalten und laufend zu überprüfen, bei denen die Anerkennung dieser Regeln den Erfolg der gesetzten Ziele ermöglicht.
  • … eine notwendige Voraussetzung, um gemeinsam handeln zu können, wenn sie transparent vermittelt werden konnten. 
  • … wichtig, müssen aber nachvollziehbar begründet sein – keine Dogmen!
  • … Dinge, die einem vorschreiben, was man zu tun hat und einen damit einschränken. Sie können jedoch auch in vielen Hinsichten die Umstände leichter machen . 

 

Ergänzungen aus der eigenbestimmt-souveränen Haltung (Beispiele)

  • … häufig überflüssig, manchmal notwendig.
  • ... wichtige Guidelines im fairen Umgang miteinander.
  • ... wichtig. Wichtiger ist aber die Motivation, dabei zu sein, beizutragen, mitzumachen, glücklich zu sein.
  • ... nur ein kleines von vielen Hilfsmitteln für gute Führung.
  • ... nötig, aber nicht alles.
  • ... für erwachsen handelnde Menschen eigentlich überflüssig, bei infantilen Verhaltensauffälligkeiten die einfachste Methode, um sich Ruhe zu verschaffen.
  • ... die Leitplanken, die helfen, Dinge in der Art und Weise zu tun, die einem wichtig ist.
  • …. geben eine notwendige Struktur, um reibungslose Abläufe zu garantieren. Sie müssen immer wieder auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden, sonst fördern sie Lähmung und Stagnation. 
  • ... mit Skepsis zu betrachten. Im Team jedoch sehr nützlich.

 

Ergänzungen aus der relativierend-individualistischen Haltung (Beispiele) 

  • … wohlwollende Richtlinien, um das Miteinander zu steuern und es in einem Rahmen von Effizienz und Würde halten. Es sind keine „göttlichen Gesetze“, die auf Teufel kommen raus buchstäblich eingehalten werden müssen – ohne Sinn und Verstand.
  • ... wichtig in der Zusammenarbeit mehrerer Personen an gemeinsamen Zielen. In unserer schnelllebigen Welt werden diese Regeln regelmäßig hinterfragt und ggf. der aktuellen Situation entsprechend angepasst. "Das haben wir schon immer so gemacht“ steht sonst der Entwicklung aller im Weg.
  • ... geben einen Rahmen, sollten aber auch regelmäßig geprüft werden, ob sie noch sinnvoll bzw. angemessen sind und das gewährleisten, was sie beabsichtigen.
  • ... pragmatische Vereinbarungen auf Zeit.
  • ... das Spielfeld, auf das sich alle geeinigt haben.
  • ... manchmal wichtig, um gut miteinander umzugehen. Noch besser finde ich es, wenn die Regeln gemeinsam vereinbart und abgestimmt sind. Grundsätzlich gilt für mich bei Regeln:  „Weniger ist mehr“.
  • … im Ideal ein notwendiges Gerüst für Freiheit und Verantwortung in der Gemeinschaft, im engen (düsteren) Sinne entmündigend, Wahlmöglichkeiten reduzierend, Selbstverantwortung unterdrückend (Vorsicht Lebensgefahr. Schwimmen verboten). Regeln können auch ein Mittel zur Zementierung autokratischer Regimes sein, die stumpfsinnig geil auf ihre Macht abfahren.

 

Ergänzungen aus der systemisch-autonomen Haltung (Beispiele)

  • ... eher Grenzen als Verbote. Sie sind vor allem für diejenigen nötig, die nicht exzellent passen oder andere Ziele im Auge haben. Theoretisch bräuchte man sie nicht, wenn man Gruppen zusammenstellt, deren Mitglieder voll auf der gleichen Linie sind – da dies leider Theorie ist, brauchen größere Organisationen, die Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammenbringen, Regeln. Je divergierender die Interessen, umso detaillierter müssen die Regeln sein. Regeln sind leider nötig, um diejenigen in Kooperation zu bringen, die nicht intrinsisch am gemeinsamen Ziel arbeiten.
  • … dazu da, das gemeinsame kulturelle Verständnis irgendwo festzuschreiben, so dass man sich bei Bedarf darauf beziehen kann („ihr habt euch selbst darauf geeinigt!“).
  • … von der Natur oder von Menschen gesetzt und nicht immer unumstößlich. Sie können hilfreich zum Überleben oder auch nur zur Orientierung sein. Oder aber um sich an ihnen abzuarbeiten und sie ggfs. zu verändern oder abzuschaffen.
  • … dazu da, komplexe Abläufe zu vereinfachen und sollten eher als Richtlinien und weniger als Tabus gesehen werden. Sie können Prozesse vereinfachen, aber sie auch daran hindern, sich zu entwickeln. Regeln sollten immer mit Skepsis betrachtet werden und geändert werden, falls sie sich als veraltet oder unfair herausstellen sollten. Regeln können leicht durch gemeinsame Werte ersetzt werden, an denen man sich orientieren kann.
  • … sind wichtig, um den Rahmen zu schaffen und zu halten - sollten aber immer gebrochen werden, wenn sie hinderlich für die gemeinsame Unternehmung sind. Mein Ziel im Umgang mit Mitarbeitern ist es stets, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, wann die bestehenden Regeln bewusst gebrochen bzw. verändert werden können - sodass ich als Vorgesetzter nicht einziger Regelhüter bin bzw. alleinige Veränderungskompetenz über die Regeln habe.

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