Reflexionssätze

Lernen Sie Ihre eigene Haltung besser kennen.

Unsere innere Haltung formt unser Weltbild und damit auch, wie wir unsere Arbeitswelten gestalten.

10. Wenn ich Macht ausübe …

Ergänzen Sie diesen Satz, wie Sie möchten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles ist erlaubt. Sie dürfen so tiefsinnig und komplex sein, wie sie wollen. 
Anschließend ordnen Sie Ihren Satz dem Satz der folgenden Beispiele zu, dem er am Nächsten kommt. Ergänzen Sie möglichst alle Sätze und notieren Sie sich jedes Mal dazu, welche Haltung dabei zum Ausdruck kommt. 

Ergänzungen aus der selbstorientiert-impulsiven Haltung (Beispiele)

  • ... fühle ich mich mächtig und so wie ein Chef.

 

Ergänzungen aus der gemeinschaftsorientiert-konformistischen Haltung (Beispiele)

  • ... habe ich im Anschluss ein schlechtes Gewissen.
  • ... fühlt es sich an, wie der Tanz auf Messers Schneide - das richtige Maß zu finden, ist de hohe Kunst.
  • ... fühle ich mich unwohl. Macht auszuüben, impliziert irgendwie, dass man über jemanden steht. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich mit anderen auf Augenhöhe bin.
  • ... versuche ich, sie nicht zu missbrauchen.
  • ... fühle ich mich nicht gut.
  • ... fühlt es sich manchmal komisch an.
  • ... fühle ich mich nicht wohl dabei. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, so etwas zu machen.
  • ... (ich habe keine Macht),  sollte man seine Emotionen im Griff haben und versuchen, respektvoll in der Kritik zu sein.
  • ... überprüfe ich stets meinen angeborenen Sadismus, um ihn im Zaume zu halten.

 

Ergänzungen aus der rationalistisch-funktionalen Haltung (Beispiele)

  • ... steigt die Gefahr, dass die Stimmung kippt und Ergebnisse nicht erreicht werden.
  • ... passiert das, wenn überhaupt, nur subtil.
  • ... Ich habe in einem Unternehmen keine Macht über andere. Macht ist für mich kein Begriff im Kontext meiner Führung.
  • ... dann ist es mir offensichtlich nicht gelungen, sie als Partner in die Erfordernisse einzubinden.
  • … darf ich dies niemals respektlos und unfair tun. Der Mensch muss zuerst kommen.
  • ... bleibe ich immer Mensch, fair und sachlich.
  • ... ist dies immer wertschätzend.
  • … erlebe ich Widerstände, verliere das Ziel nicht aus den Augen und setze die mir gegebenen Möglichkeiten dann auch ein, sie zu erreichen. 
  • … muss ich mir dessen bewusst sein und meine Grenzen kennen
  • … dann fühle ich mich unwohl. Führen ist nicht „Macht ausüben“. Wer Macht ausüben will und das irgendwie für sich braucht, der bedient damit nur seine Persönlichkeitsstörung.
  • … mag ich mich selbst nicht.

 

Ergänzungen aus der eigenbestimmt-souveränen Haltung (Beispiele)

  • ... möchte ich damit das bestmögliche Ergebnis für alle Beteiligten erzielen. Deshalb wäge ich die Konsequenzen meiner Entscheidungen für alle Beteiligten ab. Dabei bin ich mir meiner Verantwortung für meine Kollegen*innen, Kunden und Partner*innen bewusst.
  • … fühlt sich das neutral für mich an. Mir gefällt es aber sehr, wenn ich dadurch meinen Zielen näherkomme.
  • ... dann versuche ich, deren Meinung zu integrieren und mache meine Entscheidungen verständlich.
  • … probiere ich, sie sinnvoll einzusetzen (sowohl für mich, als auch die Gegenüber).
  • ... dann wachsen alle dabei.
  • ... versuche ich, auf die Person einzugehen, damit sie meine Motivation versteht.
  • ... dann war es in genau diesem Moment nötig, meine Macht auszuspielen.
  • ... ist das nicht der Aspekt, der mich an Führung interessiert.
  • ... ist das gleichzeitig Verantwortung und Inspiration.
  • ... bin ich aufmerksam und selbstkritisch.
  • ... bin ich mir meistens meiner Verantwortung bewusst.
  • … dann, weil ich es für notwendig und legitim halte. 

 

Ergänzungen aus der relativierend-individualistischen Haltung (Beispiele) 

  • ... fühle ich mich oft nicht wirklich als ich selbst. Ich weiß, dass es nötig und wichtig ist und kann das vor mir verantworten, aber es verstößt doch häufig gegen mein Harmonie-Bedürfnis.
  • ... dann nicht für mich, sondern für etwas Höheres.
  • ... ist es einerseits selbstverständlich, andererseits fühle ich mich gegenüber Mitarbeitern dabei manchmal unwohl. Bei Kunden fühle ich mich souverän und in meinem Element.
  • ... dann passiert dies meist aus einer Situation der Unzufriedenheit heraus. Es staut sich etwas in mir auf und ich möchte dann meine persönliche (starke) Stellung in Form einer klaren Ansprache oder Einforderung von bestimmten Verhaltensweisen bzw. Aufgaben zum Ausdruck bringen.
  • ... ist es okay, solange es nicht böse ist und der andere damit auch okay ist.
  • ... muss ich differenzieren können, was wohlgemeinte Führung ist und was das Überschreiten persönlicher Grenzen. Bei letzterem fühle ich mich extrem scheiße!
  • ... mache ich mir das bewusst und gehe um so sorgsamer damit um. Es ist allerdings nicht mein Ziel, Macht über andere auszuüben.
  • … Mit dem Begriff Macht kann ich nicht viel anfangen. Er stößt mich eher ab. Einfluss könnte ich eher beantworten. Andere zu beeinflussen im positiven oder im negativen Sinne -  ist eine enorme Verantwortung.  Jeder tut es ständig, egal ob Führungskraft oder nicht. Jedoch ist nicht zu unterschätzen, wie sehr man gerade jüngere oder unerfahrene Mitarbeitende prägt. Sich seiner Handlungen bewusst zu sein und sich zugleich nicht zu wichtig zu nehmen, sich auch mal zurücknehmen zu können - die Balance ist wichtig. 
  • …, dann bin ich höchstwahrscheinlich in meinem Ziel gescheitert, ein kooperatives und friedliches Zusammenleben zu erreichen. Dann habe ich durchgegriffen, um Ordnung oder Klarheit zu schaffen. Oder ich habe verschiedene sich gegenseitig ausschließende Interessen miteinander abgewogen und eine priorisiert.
  • …. An Machtausübung über andere Menschen kann ich mich nicht erinnern, Einfluss würde ich das Ganze eher nennen. Dieser Beeinflussung hinsichtlich meiner Ziele oder auch konträr zu diesen Zielen muss ich mir erst einmal bewusst werden. Manchmal wundere ich mich, wovon manche sich beeinflussen lassen, auf welchen Boden Wörter fallen und gedeihen. 
  • … möchte ich mich nicht über andere hinwegsetzen. Ich möchte am liebsten, dass meine Mitarbeiter ihre Aufgaben freiwillig wählen, weil sie darauf Lust haben und weil sie von sich aus sagen, dass sie die richtigen für den Job sind.

 

Ergänzungen aus der systemisch-autonomen Haltung (Beispiele)

  • ... bin ich hin- und hergerissen. Zum einen fühle ich mich wohl, weil ich Einfluss nehmen und gestalten kann, zum anderen schadet es dem Gefühl der Augenhöhe, das für mich sehr wichtig ist.
  • ... merke ich, dass ich nur die Macht über mich habe und jeder andere sein eigenes Leben hat.


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