Reflexionssätze

Lernen Sie Ihre eigene Haltung besser kennen.

Unsere innere Haltung formt unser Weltbild und damit auch, wie wir unsere Arbeitswelten gestalten.

11. Wenn ich kritisiert werde …

Ergänzen Sie diesen Satz, wie Sie möchten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles ist erlaubt. Sie dürfen so tiefsinnig und komplex sein, wie sie wollen. 
Anschließend ordnen Sie Ihren Satz dem Satz der folgenden Beispiele zu, dem er am Nächsten kommt. Ergänzen Sie möglichst alle Sätze und notieren Sie sich jedes Mal dazu, welche Haltung dabei zum Ausdruck kommt. 

Ergänzungen aus der selbstorientiert-impulsiven Haltung (Beispiele)

  • … dann wehre ich mich. 
  • … kann ich das oft nicht nachvollziehen. 
  • … berücksichtige ich diese Meinungen nicht.

 

Ergänzungen aus der gemeinschaftsorientiert-konformistischen Haltung (Beispiele)

  • … bin ich zeitweise beleidigt, nehme die Kritik jedoch an und versuche, das Kritisierte zu ändern und was daraus zu machen.
  • … habe ich sicher was falsch gemacht.
  • … höre ich immer zu.

 

Ergänzungen aus der rationalistisch-funktionalen Haltung (Beispiele)

  • ... bringt mich das weiter, sofern es respektvoll geschieht, wenn nicht, ist es demotivierend.
  • ... versuche ich, es zu reflektieren.
  • … muss ich damit umgehen und gegebenenfalls die Kritikpunkte verbessern.
  • ... nehme ich dies an, wenn dies berechtigt ist.
  • ... versuche ich, mir diese zu Herzen zu nehmen.
  • ... versuche ich, eine Lösung zu finden.
  • ... muss ich erst zuhören und dann antworten.
  • … kann ich das mal gut und mal schlecht verkraften
  • …, versuche ich, einen Nutzen daraus zu ziehen, bin aber oft ein wenig resigniert, ohne es aktiv zu wollen.
  • ... versuche ich, es anzunehmen.
  • … ärgert mich das, wenn es berechtigt ist.

 

Ergänzungen aus der eigenbestimmt-souveränen Haltung (Beispiele)

  • ... ist das natürlich unangenehm, aber interessant und hilfreich.
  • ... fehlt mir manchmal die Distanz zu mir selbst.
  • … lerne ich sehr viel und verbessere mich.
  • … akzeptiere ich es, wenn ich denke, dass es ein fairer Punkt ist.
  • ... habe ich das nicht gerne, nehme es aber an.
  • ... habe ich ganz große Probleme, dies anzunehmen und anzuhören.
  • ... kommt es auf die Intention des anderen an, wie ich mich verhalte.
  • ... nehme ich es an, verdaue es, gehe in Selbstreflexion und lerne daraus.
  • … überdenke ich mein Handeln: Finde ich Kritik berechtigt, überdenke/ändere ich die Perspektive, sollte das nicht der Fall sein, vertrete ich meine Sicht der Dinge auch gegen Widerstände. 
  • … schlucke ich und spüre, wie sich mein Magen zusammenzieht. Am Ende ist die Kritik meistens hilfreich und gut. Am Anfang jedoch erlebe ich die Kritik als kränkend und verunsichernd.
  • …, denke ich über die Kritik nach, um für mich bzw. im Austausch mit der kritisierenden oder ganz anderen Person(en) zu erörtern, wie ich mit dieser Kritik umgehen will. Im besten Fall nehme ich mir also Zeit für die Reflexion der Kritik.
  • … nehme ich die sehr ernst, wenn sie berechtigt ist und fordere Verbesserungsvorschläge ein.

 

Ergänzungen aus der relativierend-individualistischen Haltung (Beispiele) 

  • ... finde ich das gut. Und weil ich weiß, dass es schwer ist, hänge ich mich auch nicht gleich am Ton auf. Respektvoll wäre schöner. Aber es ist auch ok, erst mal anzufangen…
  • ... versuche ich zunächst, die Kritik in der Sache aus der Perspektive eines Außenstehenden mit zu vollziehen – zugleich, mich in die Lage der  kritisierenden Person zu versetzen, um zwischen berechtigter und nicht berechtigter Motivation zu unterscheiden.
  • ... freue ich mich über die Möglichkeit, zu lernen (erst seit ein paar Jahren, früher empfand ich das anders und wollte von allen anerkannt werden – das ist heute bzw. seit ein paar Jahren nachhaltig anders).
  • ... und mich dagegen verwehre, dann ist das ein Zeichen für alte Wunden.
  • … dann versuche ich zu sehen, aus welcher Haltung die kommt (hihi)!
  • ... hängt es sehr stark davon ab, wer mich wie kritisiert. Von geschätzten Personen kann ich Kritik (nach dem anfänglichen Impuls, dass ich komplett in Frage gestellt werde) gut annehmen und damit arbeiten.
  • ... habe ich gelernt, genau zuzuhören. Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass es mir hilft, wenn ich die Kritik erstmal stehen lasse, kurz darüber nachdenke und auslote, was daran sein kann. Ich setzte mich mit der Kritik in den meisten Fällen auseinander, besonders wenn sie von Menschen kommt, die mir wichtig sind.
  • ... bin ich einerseits empfindlich und anderseits nachdenklich-reflektierend und überwiegend dankbar.
  • … habe ich früher eher abwehrend reagiert. Heute nehme ich Kritik mit Interesse und Neugier auf, um mögliche blinde Flecken zu identifizieren oder entsprechende Verhaltensweisen zu überprüfen bzw. zu korrigieren.   

 

Ergänzungen aus der systemisch-autonomen Haltung (Beispiele)

  • ​​​... Welche Kritik? ;-) Dann nehme ich das erst einmal an und schaue, was beim anderen dahinter steht. Dann schaue ich, was danach noch übrig bleibt und nehme davon das, was mich auf meinem Weg unterstützt. iIch versuche, dem Kritisierenden auf der Ebene entgegenzukommen, die bei ihm die Kritik geäußert hat und ihm zu zeigen, dass ich den Anteil, der kritisiert, gehört habe. Ggfs. komme ich ihm entgegen.
  • … versuche ich, zuzuhören und mich dabei aber nicht verunsichern zu lassen. Trotzdem nutze ich Kritik gerne, um über mich selbst zu reflektieren. Wenn ich Kritik von jemanden erhalte, versuche ich seine oder ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ohne mich selbst zu sehr einzuschränken. 
  • … gefällt mir das gar nicht. Ich möchte immer gut dastehen. Wer mich kritisiert, hat einen Autoritätskonflikt. Das sind so Reaktionen, die ich kennenlernen durfte, bei mir und anderen. Allerdings weiß ich schon lange, dass ich ohne Kritik auf ein sich selbst bezogenes Einzelwesen sozial verkümmern würde, weil mir Informationen fehlten, um mein Verhalten zu verändern. Und Wandel ist das Gesetz des Universums, sich ihm zu widersetzen kostet viel Kraft und ist letztlich sinnlos. Also schlucke ich lieber, lasse die Kritik wirken, auch wenn sie in dem Maße unangenehmer ist, wie sie intuitiv zutrifft. Ich versuche auch nicht, emotional einzuknicken und mich in Vorwürfen zu verlieren, sondern daraus zu lernen, in Zukunft angemessener zu handeln. 


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