Reflexionssätze

Lernen Sie Ihre eigene Haltung besser kennen.

Unsere innere Haltung formt unser Weltbild und damit auch, wie wir unsere Arbeitswelten gestalten.

8. Wenn ich an meine Grenzen stoße …

Ergänzen Sie diesen Satz, wie Sie möchten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles ist erlaubt. Sie dürfen so tiefsinnig und komplex sein, wie sie wollen. 
Anschließend ordnen Sie Ihren Satz dem Satz der folgenden Beispiele zu, dem er am Nächsten kommt. Ergänzen Sie möglichst alle Sätze und notieren Sie sich jedes Mal dazu, welche Haltung dabei zum Ausdruck kommt. 

Ergänzungen aus der selbstorientiert-impulsiven Haltung (Beispiele)

  • … liegt das meist an den falschen Vorgaben der Anderen.
  • ... steige ich ins Auto und fahre einfach ohne Ziel los. Ausgleich zu schaffen ist wichtig, um am nächsten Tag mit frischem Kopf neu an die Sache/Probleme/Projekte heran zu treten.
  • ... gehe ich über diese hinweg.

 

Ergänzungen aus der gemeinschaftsorientiert-konformistischen Haltung (Beispiele)

  • ... frage ich nach einer Pause oder frage, ob Mitarbeiter mir helfen können.
  • ... soll die Firma es nicht merken.
  • ... dann kann das nur daran liegen, dass ich etwas nicht weiß. Dann recherchiere ich, frage jemanden / bitte um Hilfe.
  • … suche ich Hilfe bei Fachleuten und nehme mir vor, härter zu arbeiten.

 

Ergänzungen aus der rationalistisch-funktionalen Haltung (Beispiele)

  • ... kann das positiv oder negativ sein. Es kostet auf jeden Fall Energie, was sich in positiver oder negativer Energie äußern kann. Negativ: Ich habe mich über das gesunde Maß verausgabt, bin k.o. und brauche eine Pause. Positiv: Ich habe alles gegeben, vollen Einsatz gezeigt, bin daran gewachsen und habe positive Ergebnisse erzielt.
  • ... versuche ich, ruhig zu bleiben und das gelernte Wissen noch einmal durchzugehen, um so eine Lösung für das Problem zu finden. Falls auch das nichts bringt, hole ich mir Hilfe bei anderen Mitarbeitern.
  • ... werde ich kurz angebunden.
  • ... frustriert bzw. nervt mich das.
  • ... bemühe ich mich um kollegiale Beratung oder Feedback durch Außenstehende (z. B. Supervision).
  • ... weiß ich, wer mir helfen kann.
  • ... weiß ich, dass ich alles gegeben habe.
  • … halte ich inne und versuche, nach anderen Lösungen zu suchen. 
  • … dann kriege ich schlechte Laune und fühle mich zumeist hilflos. Was ist denn jetzt schon wieder los? Habe ich noch immer nicht genug gelernt über die Kunst des Führens?
  • … mache ich weiter, aber höre auf mich selber und schätze ab, wie weit ich gehen kann, ohne dass ich daran kaputt gehe.
  • ... halte ich einen Moment inne.

 

Ergänzungen aus der eigenbestimmt-souveränen Haltung (Beispiele)

  • … brauche ich Zeit für mich alleine. Beim Zurückziehen kann ich gut auftanken.
  • ... werde ich unangenehm, unbeherrscht, reflektiere dann aber die Situation und versuche, mir Sicherheit durch Information und Wissen zu verschaffen.
  • … kann ich in manchen Fällen daran wachsen. Ich kann daraus neue Ideen und Energie schöpfen. Aber es gibt auch Fälle, in denen ich erstmal zu mache, meine Ruhe brauche, um die Situation für mich zu sortieren und meine nächsten Schritte planen zu können.
  • ... bzw. sehe, dass ich an meine Grenzen stoßen werde, kommuniziere ich das, damit dieser Zustand vermieden oder aufgelöst werden kann.
  • ... werde ich eher zu nachgiebig oder zu machtausübend.
  • ... nutze ich überhaupt erst mein Potential.
  • ... dann wachse ich und fühle mich lebendig.
  • ... tausche ich mich mit anderen aus und bleibe solange dran, bis ich die Grenze entweder überwinde oder keinen Sinn mehr darin sehe.
  • ... schaffe ich Voraussetzungen, diese zu überwinden.
  • ... erfahre ich Hilfe vom Team und spreche die Themen offensiv an.
  • ... habe ich gute Berater und Freunde.
  • ... versuche ich loszulassen, um erneut befreiter zu beginnen.
  • … finde ich einen anderen Weg, um mein Ziel zu erreichen.
  • … braucht es eine gewisse Zeit. Ich bin jedoch gewillt, Grenzen zu durchbrechen oder zu lernen, mit Ihnen leben.
  • ... wird es spannend – ich liebe es, meine Grenzen zu erforschen und kann sie oft nicht gut akzeptieren.

 

Ergänzungen aus der relativierend-individualistischen Haltung (Beispiele) 

  • ... versuche ich zu delegieren oder mir Hilfe/Meinungen einzuholen. Ich werde aber auch unkonzentriert und neige dann dazu mich zu verhaspeln oder mich zu stark auf eine Aufgabe zu konzentrieren und andere vor mir her zu schieben.
  • ... versuche ich, zu schauen, was hinter ihnen liegt.
  • ... ziehe ich mich erstmal zurück und versuche herauszufinden, ob ich entweder mein Verhalten ändern kann oder die Situation/Aufgabe nicht die richtige für mich ist.
  • ... mache ich für den Tag Feierabend. Dabei  bin ich mir sicher, dass die Welt sich weiterdrehen wird und ich am nächsten Tag durch konstruktive Ansätze oder Gespräche eine Lösung finden werde.
  • ... wachse ich und fühle mich vom Leben herausgefordert.
  • ... kann ich das auch (ungern) eingestehen.
  • … dann hol ich mir Hilfe bei denen, die sich besser auskennen oder noch mehr Ressourcen haben.
  • … dann schaue ich, wo genau der Schmerzpunkt liegt und entscheide, ob es sich vielleicht lohnt, den auszuhalten, um mich weiter zu entwickeln.
  • ... tue ich gut daran, mich für einen Moment zurückzuziehen, mich zu sammeln und wieder in meine Balance zu kommen. Meistens klärt sich dann auch in mir, was mich gerade umtreibt und ich kann entscheiden, wie ich mit der augenblicklichen Situation umgehe. Zu meditieren oder laufen zu gehen hilft mir dabei.
  • … schlafe ich drüber. Und sehe dann weiter/klarer. Eine Lösung ist immer in der Nähe bzw. im Netzwerk. Austausch bzw. Supervision hilft mir dann oft.
  • … bemerke ich es hoffentlich bald und akzeptiere es, bewerte die Lage neu. Abhängig von der Einschätzung der Lage, ziehe mich entweder hinter die Grenze zurück oder versuche diese zu erweitern oder zu überschreiten. Ich suche Rat. 

 

Ergänzungen aus der systemisch-autonomen Haltung (Beispiele)

  • ... sehe ich mal schnell nach, welche Grenze es ist und  wo sie ist. Dann lache ich oder lächle den Anteil freundlich an und es geht weiter.
  • … suche ich entweder Unterstützung oder Rat, um die Grenzen zu überwinden oder ich gönne mir Abstand und Ruhe, um zu reflektieren, ob ich die Grenzen ernst nehmen möchte, ob es überhaupt Grenzen sind oder nur vermeintliche Hürden des Systems, die mich gar nicht behindern. 
  • …, versuche ich, diese zunächst selbst zu überwinden oder nach einem kreativen Weg zu suchen, diese zu umgehen. Falls mir dies nicht gelingt, akzeptiere ich entweder die Grenze und integriere sie in mein Leben oder ich frage nach Hilfe, um sie zu überwinden. Grundsätzlich fühle ich mich von Grenzen herausgefordert und sehe sie als Möglichkeit, mich aus meiner Komfortzone heraus zu bewegen, mich selbst weiterzuentwickeln oder neue Dinge zu erkunden. Falls ich diese Grenze nicht überwinden kann, aber die Überwindung signifikanten Einfluss auf etwas Bestimmtes hat, frage ich jemanden anderen, ob derjenige die Grenze für mich überwinden kann.


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