Reflexionssätze

Lernen Sie Ihre eigene Haltung besser kennen.

Unsere innere Haltung formt unser Weltbild und damit auch, wie wir unsere Arbeitswelten gestalten.

12. Mein Gewissen plagt mich, wenn  …

Ergänzen Sie diesen Satz, wie Sie möchten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles ist erlaubt. Sie dürfen so tiefsinnig und komplex sein, wie sie wollen. 
Anschließend ordnen Sie Ihren Satz dem Satz der folgenden Beispiele zu, dem er am Nächsten kommt. Ergänzen Sie möglichst alle Sätze und notieren Sie sich jedes Mal dazu, welche Haltung dabei zum Ausdruck kommt. 

Ergänzungen aus der selbstorientiert-impulsiven Haltung (Beispiele)

  • …nie. 

 

Ergänzungen aus der gemeinschaftsorientiert-konformistischen Haltung (Beispiele)

  • ... ich einen Fehler gemacht habe.
  • ... ich etwas Schlechtes für die Umwelt gemacht habe.
  • ... ich ungerecht war oder bin.
  • ... ich mich nicht korrekt verhalten habe.
  • … ich die Wahrheit verberge.
  • … ich Sachen mache, die nicht den Werten meiner Eltern entsprechen.
  • … ich Kollegen nicht helfen kann.

 

Ergänzungen aus der rationalistisch-funktionalen Haltung (Beispiele)

  • … ich nicht mein Bestes gebe, um die Ziele zu erreichen.
  • ... ich die Fassung verloren habe.
  • ... andere auf meinen Beitrag warten müssen.
  • ... ich das Gefühl bekomme, ich hätte etwas besser machen können.
  • ... ich negative personelle Entscheidungen treffen muss.
  • … ich Aufgaben vor mir herschiebe.
  • … ich taktieren muss und z.B. Informationen vorenthalten sollte.
  • … Ich wider besseren Wissens gehandelt habe und das negative Ereignis ansonsten nicht eingetreten wäre.
  • … ich unüberlegt gehandelt habe und es sich als falsch herausstellt.

 

Ergänzungen aus der eigenbestimmt-souveränen Haltung (Beispiele)

  • … ich andere verletzt oder mich der Verantwortung entzogen habe.
  • … ich das Gefühl habe, ich nutze einen Mitarbeiter aus und zahle ihm nicht, was ihm zusteht.
  • … ich ungerechte oder falsche Entscheidungen über andere getroffen habe.
  • ... ich Termindruck an andere weitergebe.
  • ... ich Projektbeteiligte übergangen oder zurückgesetzt habe.
  • ... ich für etwas Verantwortung übernehmen muss, wo ich nicht dahinterstehe. Wenn ich in gewissen Situationen nicht gehört werde, aber recht habe. Wenn Entscheidungen über meinen Kopf entschieden werden.
  • ... ich im Nachhinein erkenne, im ethisch-moralischen Sinne ungerecht gewesen zu sein.
  • ... ich meinen eigenen Erwartungen nicht entspreche, ich gegen mein besseres Wissen handle oder entscheide.
  • … ich schwächere und mir in irgendeiner Weise unterlegenen Personen ausnutze.
  • … ich Entscheidungen zu treffen habe, die nicht mit meinen Überzeugungen/Kenntnissen in Übereinstimmung stehen. 
  • … ich meine Interessen nicht verfolge, andere Menschen verletze oder sie belüge.

 

Ergänzungen aus der relativierend-individualistischen Haltung (Beispiele) 

  • ... ich andere hängen lasse, das geht gar nicht, vor allem emotional.
  • ... ich gegen meine Grundsätze verstoße.
  • … ich vorschnelle Urteile gefällt habe.
  • … ich nicht eindeutig genug gebrieft habe und dann das schlechte Ergebnis kritisiere.
  • ... ich beeinflusse, dass es jemand anderem schlecht geht und ich es mit ansehen muss.
  • ... ich von meinen Mitarbeitern*innen mehr verlangt habe, als ich mir selbst zutraue.
  • … wenn ich meine eigenen Erwartungen oder die anderer nicht erfülle oder an meinen Zielen vorbeischieße. Ich habe auch ein schlechtes Gewissen, wenn ich Gefühle anderer Menschen verletze oder ihnen anderweitig schade. 
  • … wenn in bestimmten Situationen das Gefühl hochkommt, nicht genug Fürsorge zu übernehmen für Familie, Klienten, Umwelt. Ich kann das Gefühl jedoch sehr wohl von einem Helfersyndrom abgrenzen.
  • … ich Menschen verletze. Wenn ich inkonsistent handele. Wenn ich eine Option gewählt habe, die sich für Dritte als ungünstig erweist. 

 

Ergänzungen aus der systemisch-autonomen Haltung (Beispiele)

  • ... ich gegen meine moral-ethischen Regeln verstoße oder es mitbekomme, oder – wenn ich jemanden dazu gebracht habe, für die Firma privat viel aufzugeben.
  • ... ich menschliche Missstände durch die Ausübung meiner Tätigkeit indirekt bediene und ich keine wesentlich strukturellen Veränderungen herbeiführen kann.
  • ... ich etwas nicht tue, was ich mir vorgenommen habe. Das kann etwas Persönliches sein oder auch, wie ich in dieser Welt und auf unserer Erde lebe. Zum Beispiel in unserer Umwelt nicht so tiefe Spuren zu hinterlassen. Bei persönlichen Dingen plagt mich mein Gewissen zum Glück immer seltener. Ich bemühe mich seit einiger Zeit, mit mir und anderen etwas milder umzugehen. Milde ist wahrscheinlich mein Learning der nächsten Zeit.
  • … ich das Gefühl habe, meinen Kollegen oder Mitarbeitern keine gute Ansprechpartnerin gewesen zu sein. Hier muss ich mich dann selber daran erinnern, dass ich nicht für alles verantwortlich bin und nicht alle Lösungen habe. 


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