Reflexionssätze

Lernen Sie Ihre eigene Haltung besser kennen.

Unsere innere Haltung formt unser Weltbild und damit auch, wie wir unsere Arbeitswelten gestalten.

9. Andere zu führen …

Ergänzen Sie diesen Satz, wie Sie möchten. Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles ist erlaubt. Sie dürfen so tiefsinnig und komplex sein, wie sie wollen. 
Anschließend ordnen Sie Ihren Satz dem Satz der folgenden Beispiele zu, dem er am Nächsten kommt. Ergänzen Sie möglichst alle Sätze und notieren Sie sich jedes Mal dazu, welche Haltung dabei zum Ausdruck kommt. 

Ergänzungen aus der selbstorientiert-impulsiven Haltung (Beispiele)

  • … machen die Meisten, um sich selbst Vorteile zu sichern.
  • ... macht einsam.

 

Ergänzungen aus der gemeinschaftsorientiert-konformistischen Haltung (Beispiele)

  • … heißt: Man muss ein Beispiel sein.
  • ... liegt mir ehrlich gesagt nicht, da ich zu perfektionistisch heran gehen würde und mich am Ende vermutlich unterbewusst zum klassischen „Kommandeur“ entwickeln würde.
  • ... ist eine Kunst.
  • ... ist meine Passion, ich will ein Menschenfänger werden.
  • ... heißt, Verantwortung zu übernehmen.
  • ... ist nicht jedem gegeben und es gibt zu viele schlechte „Führer“.
  • … ist anstrengend.
  • ... bedarf Demut.
  • … verlangt viel Disziplin und Selbstbeherrschung und ist oft schwerer, als man denkt.
  • … ist nicht jedermanns Sache.

 

Ergänzungen aus der rationalistisch-funktionalen Haltung (Beispiele)

  • … bedeutet nicht nur fachlicher Ansprechpartner, sondern auch Vertrauensperson zu sein.
  • ... heißt, mit Herausforderungen umgehen zu können. Viele kleine und große Ziele und Aufgaben zu managen. Aufmerksam zu sein. Konflikte lösen zu können.
  • ... bedarf einer klaren, präzisen Sprache und Formulierung der Erwartungen.
  • ... heißt, man muss fähig sein, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen.
  • ... bedeutet, ihre Kompetenzen und Kapazitäten zu kennen und sie einschätzen zu können. Sie zu fordern (nicht zu überfordern) und zu fördern. Aufgaben abgeben bzw. delegieren zu können und Vertrauen zu haben.
  • ... ist eine kommunikative Herausforderung für mich.
  • … bedeutet, versuchen sicherzustellen, dass man immer verfügbar ist, wenn Hilfe benötigt wird.
  • ... heißt für mich, die Mitarbeiter erledigen ihre Aufgaben ohne Machtausübung.
  • ... geht mit sehr viel Verantwortung einher und man muss sich Zeit für den Menschen nehmen, um dem Anderen das Gefühl der „Wertschätzung“ zu geben.
  • ... erfordert die Bereitschaft, den Einzelnen mit Respekt und Anerkennung zu begegnen, auch wenn man nicht immer deren individuellen Erwartungen entsprechen kann.
  • ... macht Spaß. ist aber auch sehr anstrengend.
  • … ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe und erfordert ständige Selbstreflexion
  • … heißt, bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und erfordert Selbstbewusstsein.
  • ... kann Freude machen.

 

Ergänzungen aus der eigenbestimmt-souveränen Haltung (Beispiele)

  • … ist eine Verantwortung, mir gegenüber, dem/der Mitarbeiter/-in und der Firma gegenüber. 
  • … heißt zum großen Teil einfach „Vorbild“ zu sein.
  • ... macht mir große Freude. Ich habe damit erste Erfahrungen als Pfadfinder in einer Jugendgruppe gemacht. Mir gefällt daran, Verantwortung für mich und für andere zu übernehmen.
  • … kann häufig lästig sein.
  • ... fühlt sich gut an.
  • … gibt mir Vertrauen in mein Können.
  • ... ist eine herausfordernde Aufgabe.
  • ... macht mir am meisten Spaß, wenn ich loslassen kann.
  • ... gibt mir die Chance, mich in Kontrolle zu fühlen, die Richtung (mit) zu bestimmen.
  • ... muss sein, ist aber kein Selbstzweck – schöner wäre es, wenn es ohne mich klappt.
  • ... ist einfach.
  • ... ist eine sehr verantwortungsvolle, aufregende und erfüllende Aufgabe.
  • ... ist für mich nicht Selbstzweck sondern vornehmes Privileg meiner Aufgabe.
  • … macht mir inzwischen Spaß. Früher wollte ich die Aufgabe von mir fernhalten und glaubte, der Laden würde auch so laufen. Die Mitarbeiter wollen jedoch Ansagen und denken daran zu wechseln, wenn vom (schwachen) Chef nichts kommt.
  • … dabei fühle ich mich teilweise schlecht und teilweise gut. Es kommt immer auf die Macht an, die ich ausübe. Jedoch mag ich es nicht, Menschen komplett zu beeinflussen und mich über sie zu stellen. 

 

Ergänzungen aus der relativierend-individualistischen Haltung (Beispiele) 

  • ... ist manchmal sehr einfach und manchmal sehr schwer. Es hängt viel von der eigenen Tagesform und der der Menschen um einen herum ab.
  • ... ist sinnvoll, wenn ich die anderen zur Selbstführung ermuntern kann.
  • ... hat sich sehr verändert. Es ist schöner geworden – und anspruchsvoller. Nie waren Menschen unterschiedlicher aufgestellt als jetzt. Und führen heißt noch immer für mich, alle mitzunehmen.
  • … bedeutet, den Mitarbeitern die unbegrenzten Möglichkeiten am Horizont zu zeigen (im Sinne von Vielfalt und Weiterentwicklung).
  • … bedeutet manchmal aber auch, alle von genau einem Ziel zu überzeugen, sie darauf einzuschwören und daran zu messen.
  • ... ist schön – sie dazu zu bringen, Probleme selbst zu lösen, ist die Kür.
  • ... bedeutet für mich Verantwortung, Freude und Herausforderung und setzt voraus, das ich mich selbst gut führen kann.
  • … ist eine verantwortungsvolle und delikate Aufgabe. Denn nicht jeder Mitarbeiter oder Projektkollege braucht die gleiche Art der Führung.
  • … macht mir riesigen Spaß - vor allem wenn eine positive Entwicklung auf inhaltlicher und persönlicher Ebene zu beobachten ist. Das birgt aber auch immer die Gefahr, mich selbst zu vergessen und mir zu wenig Beachtung zu schenken. 

 

Ergänzungen aus der systemisch-autonomen Haltung (Beispiele)

  • ... ist nur ein Teil der Gleichung, die ich erfüllen kann, weil ich Fähigkeiten habe, die mich besser führen als umsetzen lassen – ohne Umsetzer bzw. diejenigen, die Führung wollen und damit Dinge umsetzen können, ist aber auch exzellente Führung nichts wert.
  • ... ist ein Abbild der eigenen inneren Führung und Haltung.
  • ... macht nur Spaß, wenn die Mitarbeter Bock darauf haben. Dazu gehört, dass sie meine Kompetenz spüren, hinsichtlich des Plans für alle, des Ziels, der Weggestaltung etc. und mir deshalb vertrauen.
  • ... ist für mich Geschenk und eine große Herausforderung zugleich. Im bewussten Miteinander gemeinsam ein sinnvolles Ziel zu erreichen, dafür bin ich auch gerne bereit, die ersten Schritte zu tun und dann wieder zu schauen, ob alle mit im Boot sind. Was ich im Laufe der Zeit verstanden habe, ist, dass mein Tempo nicht das der anderen ist und auch nicht sein muss. Also ist es meine Aufgabe, alle oder doch die meisten in einem gut verträglichen Tempo mitzunehmen.
  • … ist eine Chance, sich selbst weiterzuentwickeln und der Gruppe dabei zu helfen, ihre Ziele zu verwirklichen und damit einen Beitrag zum größeren Ganzen zu liefern. Führen ist oft mit Verantwortung verbunden. Führung sollte mit Bedacht gestaltet werden, da Entscheidungen in einer Führungsposition größeres Gewicht haben können. Darüber hinaus sollten verschiedene Sichtweisen eingenommen werden und Führung sich selbst auch von unterschiedlichen Quellen beraten lassen, um eine gute Entscheidung zu treffen.
  • … sollte implizieren, diese Gunst und Last nach und nach an die Geführten abzugeben und sie so zu Gefährten machen. Viele Fragen zu Führung beantworten sich, wenn man sich seiner inneren Führung anvertrauen kann. Wer die nicht hat, sucht im Außen nach Identifikation, und das führt fast immer zu Schwierigkeiten. Besonders dann, wenn die Führenden nicht mit ihrer inneren Führung in Kontakt stehen, sondern von niederen Schaltkreisen motiviert werden. Andere uneigennützig und zum Wohle aller führen zu können, ist Gnade und Errungenschaft.


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